Gazprom

1923-1929: Mit Kuzorra und Szepan an die Spitze

1923 führen die Besetzung des Ruhrgebiets durch französische Truppen und die Hyperinflation nicht nur im Sport zu irregulären Bedingungen. Die Sportvereine leiden noch unter einem weiteren Problem: Der schwelende Konflikt zwischen Deutscher Turnerschaft (DT) und den Sportverbänden eskaliert in der „reinlichen Scheidung zwischen Turnen und Sport“. Bis Ende 1923 muss sich jeder Verein für eine Mitgliedschaft entweder bei der DT oder bei einem Sport verband entscheiden.

Beim TuS Schalke 77 trennt sich die Fußballabteilung vom Turnverein. Am 5. Januar 1924 wird der „Fußball-Club Schalke 04“ gegründet, der in den neuen Vereinsfarben Blau und Weiß spielt. Fritz „Papa“ Unkel, zuvor auch erster Mann beim Turnverein, wird Vorsitzender des neuen Vereins. Zur Saison 1926/1927 gelingt der Sprung in die Erstklassigkeit. In ihrer Gruppe der 1. Ruhrbezirksklasse erringen die Schalker den Gruppensieg und gewinnen anschließend die Ruhrbezirksmeisterschaft. Der erste nennenswerte Titelgewinn bedeutet auch die Qualifikation zur Endrunde um die Westdeutsche Meisterschaft.

Als Westdeutscher Vizemeister qualifiziert sich der Klub für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1927. Ein Jahr später schließt er erfolgreich als Dritter der westdeutschen Endrunde ab. In beiden Jahren müssen die Schalker erkennen, dass sie nun zwar zur regionalen Spitze gehören, aber national noch nicht mithalten können. Jeweils in der ersten Runde, dem Achtelfinale, scheiden sie aus.

Die Erfolge der Schalker Mannschaft, in der von nun an Ernst Kuzorra und Fritz Szepan die Leistungsträger sind, locken immer mehr Zuschauer auf die alte Platzanlage an der Grenzstraße. Innerhalb von nur einem Jahr baut der Verein mit Unterstützung der Zeche Consol und einer Bürgschaft der Stadt ein neues Stadion. Schon im Juli 1928 wird die Vereinszentrale zum Schalker Markt verlegt, die Restauration Thiemeyer zum neuen Vereinslokal erkoren. Gut einen Monat später kann die Glückauf-Kampfbahn eingeweiht werden.

1929 erringt der Verein die erste Westdeutsche Meisterschaft. In der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft übersteht er erstmals das Achtelfinale, verliert aber sein Viertelfinalspiel.