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1945-1963: Meisterschale kommt zum Schalker Markt

Im April 1945 wird Gelsenkirchen von Besatzungstruppen eingenommen. Am 8. Mai 1945 endet der Zweite Weltkrieg. Sportvereine werden zunächst verboten, dann wieder zugelassen. Schalke bestreitet sein erstes Spiel am 22. Juli 1945. Ein Jahr später kann die notdürftig ausgebesserte Glückauf-Kampfbahn wieder genutzt werden.

Am 18. Mai 1947 steht Schalke erstmals wieder als vermeintlicher Favorit in einem Endspiel. Es geht gegen Borussia Dortmund um die Westfalenmeisterschaft. Wider alle Erwartungen heißt der neue Westfalenmeister nicht Schalke 04, sondern Borussia Dortmund. Der BVB siegt in Herne mit 3:2.

1947 startet die neue Oberliga West in ihre erste Saison. Schon am Ende der zweiten Spielzeit droht Schalke der Abstieg. Nur die Aufstockung von 13 auf 16 Vereine sowie Siege in den Relegationsspielen verhindern den Abstieg. Ab der neuen Saison 1949/1950 wird in der Oberliga West der bezahlte Fußball in Form des Vertragsspielers eingeführt.

Die folgenden Spielzeiten verlaufen zwar insgesamt besser, zeigen aber auch, dass es selbst mit der früheren Dominanz der Schalker im fußballerischen Westen Deutschlands vorbei ist. Zwei Westdeutsche Meisterschaften (1950/1951, 1957/1958) und drei Vizemeisterschaften (1951/1952, 1955/1956, 1961/1962) bedeuten fünf Teilnahmen an Endrunden um die Deutsche Meisterschaft, die viermal schon in den Gruppenspielen endet.

Das erste Endspiel auf nationaler Ebene erreicht Schalke 04 im Pokalwettbewerb. Als Westdeutscher Pokalsieger erreicht der Verein auch das DFB-Pokalfinale 1955, das 2:3 gegen den Karlsruher SC verloren wird. 1958 macht es die Mannschaft besser: Ohne Punktverlust werden die Gruppenspiele zur Deutschen Meisterschaft abgeschlossen. Im Finale trifft das Team von Trainer Edi Frühwirth auf den Hamburger SV, der deutlich mit 3:0 besiegt wird. Mit Kapitän Berni Klodt nimmt erstmals ein Königsblauer die neu geschaffene Meisterschale in Empfang. Anschließend nimmt Schalke 04 erstmalig am Europapokal der Landesmeister teil, erreicht das Viertelfinale, scheidet dann aber gegen Atletico Madrid (1:1/0:3) aus.

Zum Glück spielt ein erneuter Skandal 1961, bei dem es um illegale Zahlungen an Spieler sowie Steuerhinterziehung geht, bei der Qualifikation zur Bundesliga keine Rolle: Der FC Schalke 04 gehört aufgrund seiner Oberliga-Platzierungen und seiner wirtschaftlichen Leistungskraft zu den ersten neun Clubs, die sich Gründungsmitglieder der Bundesliga nennen dürfen.