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1963-1972: Erst Traumelf, dann Albtraum

Der FC Schalke 04 ist mit von der Partie, als 16 Vereine in der Saison 1963/1964 in die neu gegründete Bundesliga starten. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die erste deutsche Profifußballliga können die Königsblauen erfüllen: Die Glückauf-Kampfbahn verfügt über Flutlicht und bietet mehr als 35.000 Zuschauern Platz.

Doch sportliche Erfolge lassen auf sich warten. 1965 wird der Bundesliga-Abstieg nur um Haaresbreite abgewendet: Nach dem Zwangsabstieg von Hertha BSC stockt der Deutsche Fußball-Bund die junge Liga kurzerhand auf 18 Vereine auf. Obwohl Schalke als Tabellenletzter eigentlich abgestiegen wäre, bleibt der Verein Bundesligist.

Erst Ende der sechziger Jahre geht es aufwärts. Die Schalker Mannschaft um Rückkehrer Reinhard "Stan" Libuda macht von sich reden. 1969 verliert man zwar das siebte DFB-Pokalfinale der Vereinsgeschichte gegen Bayern München, den amtierenden deutschen Meister, doch Schalke 04 sichert sich die Teilnahme am europäischen Pokalsiegercup. Und dort gelangen die Knappen bis ins Halbfinale gegen Manchester City. Auch die wirtschaftlichen Aussichten verbessern sich: Die Stadt Gelsenkirchen errichtet im Berger Feld das neue Parkstadion, das mit einem Fassungsvermögen von über 70.000 Zuschauern zur Saison 1973/1974 fertiggestellt sein wird.

Im Sommer 1972 werden die Knappen in der Bundesliga knapp hinter Bayern München Vizemeister und erringen mit einem 5:0-Finalsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern den DFB-Pokal. Mit Klaus Fichtel, Norbert Nigbur, Rolf Rüssmann, Helmut und Erwin Kremers, Aki Lütkebohmert oder Torjäger Klaus Fischer hat der Kader das Potenzial, dauerhaft um die Meisterschaft mitzuspielen. Doch längst liegen dunkle Schatten über dem Verein: In der Vorsaison haben die Spieler ein Heimspiel gegen Arminia Bielefeld vorsätzlich verloren. Jeder der beteiligten Kicker streicht über einen Mittelsmann eine Summe von 2300 Mark ein.