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1994-2001: Eurofighter und „Meister der Herzen“

Mit dem ersten hauptamtlichen Vorstand der Vereinsgeschichte kehrt der Erfolg zurück nach Schalke. Als Tabellendritter der Saison 1996/1997 qualifiziert sich der Club nach 19 Jahren wieder für den UEFA-Pokal. Die Begeisterung der Anhänger überträgt sich auf die Mannschaft. Nach Siegen über Roda Kerkrade, Trabzonspor, Club Brügge, Valencia CF und CD Teneriffa ziehen die „Eurofighter“ ins Finale gegen Favorit Inter Mailand ein.

Das Hinspiel gewinnen die Knappen im Parkstadion mit 1:0; beim Rückspiel im Giuseppe-Meazza-Stadion können die Italiener zwar das 1:0 egalisieren, doch das Elfmeterschießen gewinnt an jenem 21. Mai 1997 Schalke - und damit erstmals in seiner Geschichte einen Europapokal.

Es herrscht Aufbruchstimmung in Königsblau. Im November 1998 startet der Bau der Arena AufSchalke. Direkt neben dem Parkstadion entsteht eines der modernsten Stadien der Welt. Bauträger ist der FC Schalke 04, der das Projekt in Eigenregie finanziert. Das Land Nordrhein-Westfalen leistet eine Ausfallbürgschaft. Rund um die multifunktionale Spielstätte entsteht nach und nach ein kleiner Konzern mit verschiedenen Gesellschaften, die für ihren Betrieb notwendig sind oder neue Geschäftsfelder erschließen. Am 13. August 2001, keine drei Jahre nach Baubeginn, wird die Arena feierlich eröffnet. Doch beim allerletzten Punktspiel im alten Parkstadion erleben die Zuschauer noch einmal ein großes Fußballdrama.

In der Saison 2000/2001 liegt Schalke 04 vor dem letzten Spieltag am 19. Mai zwei Punkte hinter Bayern München, dem ein Unentschieden beim Hamburger SV zum Titel reichen würde. Als Schalke die Spielvereinigung Unterhaching mit 5:3 besiegt und die Bayern in der Nachspielzeit mit 1:0 zurückliegen, wird das Parkstadion zur Stimmungsachterbahn. Fans, Verantwortliche und Spieler bejubeln nach der Falschmeldung, in Hamburg sei das Spiel beendet, schon die erste Meisterschaft seit 1958.

Doch in Hamburg gelingt den Bayern in der 94. Minute mit einem umstrittenen indirekten Freistoß nach einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters doch noch der Ausgleich. Auf Schalke herrscht Entsetzen. Die Sympathien der Fußballöffentlichkeit, die die Knappen zum „Meister der Herzen“ erklärt, und auch der 2:0-Sieg im Pokalfinale gegen Union Berlin sind nur ein schwacher Trost.