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  • 2008-heute: Leitbild

    Die Schalker Mitgliederversammlung verabschiedet ein neues Leitbild. Der Slogan „FC Schalke 04. Wir leben dich.“ bringt treffend auf den Punkt, dass der Verein unverwechselbar ist.

  • Königsblau trägt Schwarz: Schalke und mit ihm Fußball-Deutschland trauern um Charly Neumann, der am 11. November 2008 im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen ist. Tausende Fans erweisen dem beliebten Mannschaftsbetreuer die letzte Ehre. Mit ihm geht ein Unikum, einer, der Schalke gelebt hat; der mit den Knappen gezittert, gelitten, gelacht und geweint hat.

    „Wegen Schalke habe ich in meinem Leben acht bis zehn Badewannen vollgeheult“, hat er einmal erzählt. Und mindestens die Hälfte davon, so fügte er im Nachsatz hinzu, „waren echt“. Weil die Fernsehkameras seine echten Tränen beim Abstieg 1981 in Kaiserslautern verpasst hatten, heulte er auf Knopfdruck einfach noch einmal los. Im tristen November 2008 weint ganz Schalke, und selbst aus Dortmund kommen Kondolenzschreiben.

  • Umstritten: Die Ära von Felix Magath wird eine turbulente. Die schlagzeilenträchtige Verpflichtung des Wolfsburger Meistermachers am 1. Juli 2009 spiegelt die Schalker Titelsehnsucht wider. Tatsächlich gelingt unter der Regie des Chef-Trainers, Managers und Vorstandsmitglieds Magath in der Saison 2009/2010 prompt die vierte Vizemeisterschaft seit 2001, die insgesamt neunte.

    In der Rückrunde 2010/2011 liegt der S04 aber in der Liga weit hinter seinen Ansprüchen zurück. Magath gerät wegen seiner eigenwilligen Transferpolitik bei den Fans zunehmend in die Kritik. „Schalke ist wahrscheinlich der emotionalste Club der Liga“, hat er zu Beginn seines Engagements gesagt. Als das Verhältnis zwischen Magath und Schalke zerrüttet ist, trennt sich der Verein am 16. März 2011 von ihm.

  • Das Wunder von San Siro – Teil zwei: Es gibt denkwürdige, historische Fußballabende. Der des 5. April 2011 ist so einer. Im legendären Guiseppe-Meazza-Stadion von Mailand, dort, wo Schalke 14 Jahre zuvor sensationell den UEFA-Cup gewonnen hat, spielen sich die Königsblauen unter Regie von Magath-Nachfolger Ralf Rangnick im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League in einen furiosen Torrausch und Inter Mailand mit 5:2 an die Wand.

    Die Mannschaft, der im Vorjahr das Triple gelungen ist und die im Achtelfinale den FC Bayern aus dem Wettbewerb geworfen hat. Torschütze Joel Matip ringt hinterher um Worte: „Ich muss erst einmal begreifen, was hier gelaufen ist.“

  • Von Schockstarre keine Spur: Die legendäre Champions-League-Partie beginnt für Inter nach Maß und für Schalke spektakulär schrecklich. Nach nur 25 Sekunden geht Mailand durch ein Tor von Dejan Stankovic aus rund 50 Metern in Führung. Schalke zeigt sich allerdings nur kurz beeindruckt und sucht postwendend den Weg in die Offensive. Joel Matip (17.) markiert den wichtigen Ausgleich, ehe nach dem neuerlichen Rückstand durch Diego Milito (33.) der Mann des Tages auf den Plan tritt.

    Edu sprüht an diesem Abend vor Ideen und glänzt beim 2:2 (40.). Raul bricht schließlich den Willen der Italiener (53.), ein Eigentor von Andrea Ranocchia (57.) und der eiskalte Edu (75.) erhöhen zum sagenhaften 5:2-Triumph.

  • Schalke unter den besten Vier Europas: Im Halbfinale der Champions League gegen Manchester United ist für den FC Schalke 04 Endstation. Im Duell Reds gegen Königsblaue unterliegen die Knappen mit 0:2 und 1:4, den einzigen Schalker Treffer markiert Jurado. Das Starensemble von Trainer Alex Ferguson beendet den Traum von der ersten Finalteilnahme in der Champions League.

    „Wir sind auf einen Gegner getroffen, der einfach besser war. Wir sind an unsere Grenzen gestoßen“, meint Schalkes Chef-Trainer Ralf Rangnick, betont aber auch: „Jeder kann aber stolz sein, dass wir dieses Ziel erreicht haben.“

  • Und wir haben den Pokal …: In der Liga muss sich Königsblau in der Saison 2010/2011 mit Rang 14, der schlechtesten Platzierung seit 1994, begnügen, doch in den anderen Wettbewerben entschädigen sie sich selbst. Neben dem Erreichen des Halbfinals der Champions League gewinnt Schalke am 21. Mai 2011 den DFB-Pokal.

    Mit dem 5:0 gegen den MSV Duisburg machen die Knappen den insgesamt fünften Pokaltriumph seit 1937 perfekt, lösen die Fahrkarte zur Europa League in der kommenden Saison und bestätigen gleichzeitig den eigenen Rekord für den höchsten Endspielsieg im DFB-Pokal (1972 gegen den 1. FC Kaiserslautern).

  • Gestatten, Julian Draxler: Der DFB-Pokal 2010/2011 wird die Geburtsstunde des Profifußballers Julian Draxler. Der gebürtige Gladbecker erlöst Schalke zuerst in der 119. Minute des Halbfinals gegen den 1. FC Nürnberg mit einem satten Schuss aus 22 Metern Entfernung und schießt im Finale die Knappen mit 1:0 in Führung.

    Mit 17 Jahren und 243 Tagen ist er jüngster Torschütze in einem DFB-Pokalfinale und der jüngste Spieler, der je den DFB-Pokal gewonnen hat. Neben Draxler helfen noch Klaas-Jan Huntelaar (2), Benedikt Höwedes und Jurado, die „Zebras“ aus Duisburg zur Strecke zu bringen.

  • Eine Nachricht von Chef-Trainer Ralf Rangnick erschüttert Schalke: Wegen eines Erschöpfungssyndroms legt der 53-Jährige am 22. September 2011 sein Amt als Chef-Coach nieder, um sich bis auf Weiteres aus dem Fußballgeschäft zurückzuziehen. „Die Entscheidung ist mir unheimlich schwer gefallen. Doch mein derzeitiger Energielevel reicht nicht aus, um erfolgreich zu sein und insbesondere die Mannschaft und den Verein in ihrer sportlichen Entwicklung voranzubringen“, erklärt Rangnick.

    Eine mutige und richtige Entscheidung, wie ihm alle Seiten bestätigen. Rangnick ist nur eine Woche nach der Trennung von Felix Magath auf der Trainerbank gefolgt. Er firmierte als Rückkehrer, hatte den S04 bereits von 2004 bis 2005 trainiert und bei den Anhängern große Sympathien genossen.

  • Der Jahrhunderttrainer kehrt zurück: Nur fünf Tage nach dem Rücktritt von Ralf Rangnick findet der FC Schalke 04 eine Antwort auf die Nachfolgerfrage. Der von den Fans 1999 in einer Wahl zum Jahrhunderttrainer erhobene Huub Stevens ist am 27. September 2011 zum ersten Mal seit neun Jahren wieder S04-Coach.

    Wie schnell alles geht, zeigt ein Detail: Zur ersten Pressekonferenz kommt der Niederländer in Badeschlappen, die kurzerhand per Filzstift mit seinen Initialen verziert wurden. Seine Handschrift liest sich bis zum Ende der Saison 2011/2012 so: Der S04 erreicht das Viertelfinale der Europa League und schafft als Dritter der Bundesliga die direkte Qualifikation zur Champions League.

  • Abschied von einem Weltstar: Adios Raul, heißt es am 28. April 2012 in der VELTINS-Arena. Der größte ausländische Star, der bislang in der Bundesliga gespielt hat, trägt noch einmal Königsblau, bevor er zum Al-Sadd Sport Club nach Katar wechselt. Raul bringt Glanz nach Gelsenkirchen, er verzückt die Schalker mit fußballtechnischen Kunststücken und beeindruckt beim Kumpel- und Malocherclub mit Einsatzbereitschaft und Loyalität. Ein König von Volkes Gnaden, der von den Königlichen zu Königsblau gewechselt ist.

    Für Real Madrid schoss er mehr als 300 Tore, wurde sechsmal Meister, gewann dreimal die Champions League und zweimal den Weltpokal. Auf Schalke fügt er seiner imposanten Titelsammlung den DFB-Pokal 2011 zu. Seine Rückennummer 7 wird auf Schalke vorerst nicht mehr vergeben.

  • Volltreffer: Am 5. Mai 2012 ist die Rekordjagd beendet und der „Hunter“ Torschützenkönig. Mit 29 Saisontoren sichert sich Klaas-Jan Huntelaar im Trikot des FC Schalke 04 die Torjägerkanone und hat großen Anteil daran, dass die Knappen hinter Meister Borussia Dortmund und Bayern München auf Platz drei landen.

    Der Niederländer stellt damit die clubinterne Bundesliga-Bestmarke von Klaus Fischer ein, der in der Saison 1975/1976 ebenso oft erfolgreich war. Ein anderer Rekord fällt sogar: Huntelaar, der im Sommer 2010 für 14 Millionen Euro als teuerster Einkauf der Clubhistorie vom AC Mailand gekommen ist, bricht mit insgesamt 48 Pflichtspieltreffern den Vereinsrekord von Hermann Eppenhoff aus der Spielzeit 1940/1941.

  • Architekt der Zukunft: Horst Heldt, Vorstand Sport und Kommunikation, steht mit der Entlassung von Felix Magath vor großen Aufräumarbeiten, doch die meistert der achte Manager des S04 seit der Einführung der Bundesliga mit Bravour. Er reduziert den unter Magath immens aufgeblasenen Spielerkader, wobei ihm der schwierige Spagat gelingt, sowohl zu sparen, als auch die Qualität der Mannschaft zu erhalten.

    Er löst kurzfristig die Trainerfrage nach dem Aus für Magath und dem Rücktritt von Ralf Rangnick. Heldt verlängert die Verträge mit den Leistungsträgern Jefferson Farfan und Kyriakos Papadopoulos und leiht nach dem Weggang von Raul Ibrahim Afellay vom FC Barcelona aus. Der Verein hat Vertrauen in seinen Architekten der Zukunft und verlängert Heldts Vertrag bis Juni 2016.

  • FC Schalke 04. Wir leben dich. Ein Satz, der kurz und prägnant auf den Punkt bringt, dass der Verein unverwechselbar und einmalig ist – eine Marke eben. Für deren Stärkung ist seit dem 1. September 2011 Alexander Jobst als Vorstand Marketing verantwortlich, der nach seinen Engagements bei Real Madrid und der FIFA beim S04 Anker geworfen hat.

    Das macht er unter anderem mit dem neuen Claim, der zugleich Überschrift für das neue Leitbild des Vereins fungiert. Mit überwältigender Mehrheit von 2662 Stimmen bei nur einer Gegenstimme verabschiedet die Jahreshauptversammlung am 3. Juni 2012 das Leitbild, das zentrale Werte und Ziele des Clubs zusammenträgt wie die königsblaue Tradition, soziale Verantwortung und die Ablehnung von Gewalt und Rassismus.

  • Am Ende der Saison 2012/2013 kann Königsblau doch noch feiern. Nach einem 2:1-Erfolg beim SC Freiburg löst der FC Schalke 04 das Ticket für die Champions-League-Qualifikation. Dieses Ziel scheint in der Winterpause noch in akuter Gefahr. Nach dem besten Saisonstart seit 41 Jahren bleiben im zweiten Teil der Hinrunde die positiven Ergebnisse weitgehend aus. Der Verein muss reagieren – und trennt sich schweren Herzens von seinem Jahrhunderttrainer Huub Stevens.

    Seine Nachfolge tritt der bisherige U17-Coach Jens Keller an. Ihm gelingt es, die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. Als Anerkennung der Arbeit wird aus der Interimslösung der Chef-Trainer, im Mai verlängert Jens Keller seinen Vertrag bis 2015. Auch Julian Draxler setzt seine Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier. Das Schalker Eigengewächs bindet sich bis 2018 an „seinen“ Verein. Bereits im Winter hat Klaas-Jan Huntelaar einen neuen Kontrakt bis 2015 unterschrieben.