Gazprom
  • 2001-2008: Champions League

    In der ersten Dekade des neuen Jahrtausends setzt sich Schalke in der Spitzengruppe der Bundesliga fest und sichert sich damit regelmäßig die Teilnahme an den beiden europäischen Wettbewerben.

  • Schon 1994 wird über ein neues Stadion in Gelsenkirchen nachgedacht. Am 21. November 1998 wird der Grundstein gelegt. Und am 13. August 2001 ist es dann soweit – die Arena AufSchalke, heute die VELTINS-Arena, wird eröffnet. Eine Erfolgsgeschichte. Sie ist aufgrund ihrer ausgefeilten Technik die modernste Multifunktionsarena Europas.

    Bei Schalker Heimspielen finden dort heutzutage bis zu 61.673 Menschen Platz. „So ein Stadion hat die Welt noch nicht gesehen", zeigt sich FIFA-Präsident Joseph Blatter begeistert. Die Eröffnung zieht sich über zwei Tage, Lionel Richie tritt auf und rund 90.000 Menschen strömen in das neue Schalker Prunkstück.

  • Post vom Papst: „Eine Einladung, nach dem Siegespreis zu streben, den nicht der Sport, sondern das Leben verleiht“, schreibt Johannes Paul II., der ja seit 1987 Mitglied bei den Königsblauen ist. Adressat ist der FC Schalke 04, denn diese „Einladung“, das ist die Kapelle, die sich der S04 2001 als erster deutscher Fußballclub in die neue Arena baut.

    Ein Ort des Innehaltens im hektischen Alltag der Arena. Die Idee kam von Geschäftsführer Peter Peters. Am 12. August weiht Weihbischof Franz Vorrath das Gotteshaus im Fußballstadion. Seitdem finden dort regelmäßig Taufen und Hochzeiten statt.

  • Der 11. September 2001. Eigentlich soll es ein Feiertag für die Königsblauen werden. Es ist die Premiere in der Königsklasse. Doch mit der Champions League verbinden wohl auch die meisten Schalker dieses Datum nicht. New York wird von den Terroranschlägen auf das World Trade Center erschüttert, die ganze Welt hält den Atem an, sieht die dramatischen Bilder aus den USA.

    Die UEFA besteht darauf, das Spiel anzupfeifen. Schalke verliert mit 0:2 gegen Panathinaikos Athen. Auch wenn die Knappen letztlich in der Gruppenphase ausscheiden, ist dieses Ergebnis an diesem Tag wohl das unbedeutendste in der Vereinsgeschichte.

  • Ein Straßenschild als Denkmal. 2002 montieren Schalkes Manager Rudi Assauer und Gelsenkirchens Oberbürgermeister den Namen der neuen Adresse der Königsblauen. Künftig wohnt, lebt und arbeitet der S04 nicht mehr an der Kurt-Schumacher-Straße 284a, sondern am Ernst-Kuzorra-Weg.

    Damit ehrt der Club einen der größten Spieler seiner Geschichte. Gemeinsam mit Fritz Szepan schuf Kuzorra in den 1920er-Jahren den legendären Schalker Kreisel, der den Blau-Weißen sechs Meisterschaften erspielte.

  • Die Eurofighter treten ab. Beim letzten Heimspiel der Saison 2001/2002 verlassen auch die letzten Verbliebenden der legendären Mannschaft von 1997 den Platz. Mike Büskens, Youri Mulder, Jiri Nemec, Olaf Thon, Yves Eigenrauch und Trainer Huub Stevens (von links nach rechts) werden in der Arena offiziell verabschiedet.

    Ihren größten Erfolg haben sie mitgebracht, den silberfarbenen UEFA-Cup. Das Spiel gegen den VfL Wolfsburg verlieren die Königsblauen zwar mit 1:2. Doch mit dem Sieg im DFB-Pokal-Finale verabschiedet sich die alte Garde noch einmal mit einem „neuen“ Pokal vom S04.

  • Huub Stevens jubelt zum Abschied. Am 11. Mai 2002 steht der Niederländer zum vorerst letzten Mal an der Seitenlinie für den FC Schalke 04. Und die Mannschaft versüßt ihm den Abschied mit einem Titel. 4:2 siegen die Königsblauen im DFB-Pokalfinale 2002 im Berliner Olympiastadion gegen Bayer 04 Leverkusen. Sozusagen mit dem Pokal in der Hand verlässt er Schalke. Er brachte dem Club den UEFA-Cup, zwei Pokalsiege und beinahe die Deutsche Meisterschaft.

    „Es gibt eine Zeit des Kommens und des Gehens“, sagt Stevens, und: „Schalke ist Teil meines Herzens geworden.“ Das beruht auf Gegenseitigkeit: 2004 wählen die Fans ihn, der beim S04 bis dato mehr als fünfeinhalb Jahre im Amt war und damit so lange wie kein anderer vor ihm, zum Jahrhunderttrainer. Neun Jahre später wird er zurückkehren nach Gelsenkirchen.

  • Auf dem Weg zum Tor stoppt Hans-Jörg Butt den Schalker Gerald Asamoah. Am Ende muss der Schlussmann von Bayer 04 Leverkusen im DFB-Pokalfinale allerdings viermal hinter sich greifen. Nachdem Dimitar Berbatov die Werkself in Führung bringt, gleicht Jörg Böhme aus. Victor Agali, Andreas Möller und Ebbe Sand sorgen für die Entscheidung, da hilft Leverkusen auch Ulf Kirstens Anschlusstreffer nicht mehr. 4:2 heißt es im Berliner Olympiastadion. Trainer Huub Stevens, der die Knappen nach diesem Finale verlassen wird, verfolgt die zweite Hälfte übrigens von der Tribüne aus, nachdem Schiedsrichter Franz-Xaver Wack ihn dorthin verbannt hatte. Am Triumph der Königsblauen ändert das aber nichts.

  • Der Pott ist im Pott. S04-Kapitän Tomasz Waldoch reckt den DFB-Pokal in den Berliner Himmel. 4:2 hat Schalke Bayer 04 Leverkusen besiegt. Damit verteidigen die Knappen den Titel aus dem Vorjahr. Insgesamt ist es der dritte Pokaltitel. 1937 holten die Königsblauen zudem noch den Tschammer-Pokal, den Vorläufer des DFB-Pokals. Und weil der S04 2011 noch den fünften Titel erringen wird, darf er sich dritterfolgreichster Verein in diesem Wettbewerb nennen.

    Das Modell, das Waldoch in Händen hält, wird später übrigens auch Manager Rudi Assauer zu fassen bekommen – allerdings  nur kurz, denn dann lässt er es fallen. Die Trophäe ist verbeult, kann aber wieder gerichtet werden. Den königsblauen Siegestaumel schmälert dieses Malheur ohnehin nicht.

  • Da freut sich auch Gerald Asamoah, der mit allen, die gekommen sind „Blau und weiß, wie lieb ich dich“ anstimmt. Sein Club, der FC Schalke 04, wird 2004 hundert Jahre alt. Das muss natürlich gebührend gefeiert werden. Am 8. Mai lädt der Club also in die Arena AufSchalke. Die Party mit gut 65.000 Menschen ist die 100. Veranstaltung in der neuen Arena.

    Neben dem aktuellen Kader um Asamoah und Co. gratulieren auch Veteranen des Vereins: Klaus Fischer, stellvertretend für 1972er-Mannschaft, zeigt zur Feier des Tages nochmal seine, natürlich, Fallrückzieher. Günter Siebert und Manni Kreuz erinnern an die Meisterschaft von 1958. Und dann kommen die Eurofighter. Gast und Schauspieler Uwe Ochsenknecht ist bewegt: „In diesen Club muss man sich verlieben. Alles Gute für die nächsten 100 Jahre.“

  • 2004 feiern die Königsblauen ihr Jubiläum. Auch mit einem Musical. „Nullvier – keiner kommt an Gott vorbei“, heißt das Stück über Liebe und Leidenschaft für den S04. Nachwuchshoffnung Jojo soll, gerade frisch in die erste Mannschaft gerückt, Schalke vor dem Abstieg bewahren. Das gelingt ihm tatsächlich.

    Die Zuschauer im Musiktheater Gelsenkirchen sind bei der Uraufführung am 9. Mai begeistert. Auch Schauspieler Peter Lohmeyer ist Premierengast und resümiert: „Schalke hat ja viel mit Religion und Glauben zu tun. Wenn man an den Verein glaubt, kommen auch bessere Zeiten.“  Und am Ende des Stücks wird sogar Gott zum Schalke-Fan.

  • Hätte der FC Schalke 04 schon vor circa 100 Jahren einen Vorstand gehabt und hätten diesem schon Gerd Rehberg, Andreas Müller, Rudi Assauer, Josef Schnusenberg und Peter Peters angehört – vielleicht hätte er so ausgesehen.

    Zum Jubiläum des Vereins im Jahre 2004 kleideten sich die Herren von heute so wie zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Tradition wird groß geschrieben beim S04 – vor allem am Geburtstag.

  • Die Königsklasse in der Arena der Königsblauen. Am 26. Mai 2004 krönt sich die europäische Elite in Gelsenkirchen, denn der AS Monaco und der FC Porto bestreiten vor rund 53.000 Zuschauern das Champions-League-Finale in der Arena AufSchalke (0:3). Nicht nur FIFA-Präsident Joseph Blatter ist angetan vom neuen Zuhause des FC Schalke 04.

    Auch die Stadion- und Sicherheitskommission der UEFA lobt: „Der Veranstaltungsort wird den Anforderungen mehr als gerecht und könnte sogar als ‚Sechs-Sterne-Stadion' bewertet werden.“ Das gibt es aber nicht, deshalb erhält die Arena die höchstmöglichen fünf Sterne. Und eben das Endspiel der Königsklasse.

  • Nach dem Trauma vom 19. Mai 2001 träumen die Fans des FC Schalke 04 2004/2005 wieder von der Schale. Allerdings bleiben die Königsblauen in diesem Jahr zweimal Zweiter. Im DFB-Pokal-Finale unterliegen sie den Münchner Bayern. Und auch in der Liga geht der Rekordmeister mit 14 Punkten Vorsprung vor dem S04 durchs Ziel. Bis zur Winterpause stehen die Knappen allerdings noch punktgleich mit dem späteren Meister an der Spitze der Tabelle.

    Als die Mannschaft am 25. Spieltag dann sogar den Konkurrenten aus dem Süden durch ein Freistoßtor des Brasilianers Lincoln mit 1:0 besiegt, beginnt ganz Gelsenkirchen ernsthaft zu hoffen. Allerdings nur für eine Woche. Dann übernimmt München wieder die Spitzenposition.

  • 28. Mai 2005, DFB-Pokalfinale. Der FC Schalke 04 ist in Berlin zu Gast, Bayern München ist in Berlin zu Gast. Eigentlich ist die Pokal-Hauptstadt ein gutes Pflaster für die Königsblauen, aber in diesem Jahr ziehen sie den Kürzeren.

    2:1 siegt der Süd-Club und besiegelt damit das Double, denn auch in der Liga lassen die Bayern den S04 als Vize zurück. Die gleiche Konstellation mit dem gleichen Ergebnis gab es bereits 1969, als die Bayern sich Schale und Pott sicherten.

  • Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland: Die Welt zu Gast bei Freunden. Und natürlich auch in Gelsenkirchen, in der VELTINS-Arena. Am 9. Juni besiegt Ecuador in der Gruppe A die polnische Auswahl. Es ist das erste von insgesamt fünf WM-Spielen in der Schalker Heimstätte.

    Am 1. Juli findet dort auch das Viertelfinale zwischen England und Portugal statt. Ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft vor heimischem Publikum gibt es allerdings nicht.

  • Diego Maradona in der VELTINS-Arena: Verschwommen im Vordergrund schaut sich die Schalker Größe Rudi Assauer das WM-Vorrundenspiel zwischen Argentinien und Serbien-Montenegro am 16. Juni 2006 an. Auch der WM-Organisator Franz Beckenbauer ist zu Gast.

    Vor allem aber richten sich die Augen (und Fernsehkameras) auf eine der größten und schillerndsten Figuren, die je einen Fußballplatz betreten hat. Diego Armando Maradona. Mit Goldkette und Trikot der Albiceleste blickt er aufs Spielfeld hinab. Etwas kritisch offenbar, doch dafür besteht kein Grund: Argentinien gewinnt mit 6:0.

  • „Momente, die uns unsterblich machen!“, flaggte die Nordkurve am 5. Mai 2007 beim Spiel gegen den 1. FC Nürnberg. Mit ihrer Choreografie feiern die Fans das Zehnjährige des größten Triumphes ihres Clubs.

    1997 sicherten sich die „Eurofighter“ den UEFA-Cup in Mailand. 2002 traten die letzten Spieler der Erfolgsmannschaft ab.

  • Auf diesem Schild im Tunnel der VELTINS-Arena ist der FC Schalke 04 Deutscher Meister 2007. In der Tabelle dagegen fehlt am Ende ein Sieg für den Titelgewinn. Wo genau diese Zähler verloren gehen, ist bei einer langen Saison immer schwierig zu sagen. 2006/2007 spricht aber viel dafür, dass die Königsblauen ausgerechnet bei den Ruhrgebietsnachbarn Entscheidendes liegen lassen.

    Nach der 1:2-Niederlage beim VfL Bochum kann der S04 sogar bei Borussia Dortmund Meister werden, verliert aber mit 0:2. Am letzten Spieltag reicht der 2:1-Sieg gegen Arminia Bielefeld nicht mehr, weil auch der VfB Stuttgart das Parallelspiel gewinnt und sich so zum Meister krönt. Das Schild in Gelsenkirchen, es bleibt im Tunnel.

  • Clemens Tönnies zu Gast im kalten Russland. Ab dem 1. Januar 2007 ist der russische Erdgas-Gigant Gazprom neuer Hauptsponsor der Königsblauen und ziert seitdem das Trikot der Knappen. Schalkes Präsident Gerhard Rehberg verkündet: „Mit diesem Vertrag stoßen wir in eine neue Dimension vor, wir sind stolz, dass sich der weltweit größte Konzern für uns entschieden hat.“ Und allen Zweiflern versicherte er: „Aber Gazprom ist ein Sponsor und wird den Verein nicht übernehmen.“ Die Zusammenarbeit funktioniert. Deshalb verlängern Schalke und Gazprom den Vertrag vorzeitig bis Juni 2017.

  • Es wird der Beginn einer besonderen Beziehung. Zur Saison 1999/2000 wechselt Ebbe Sand vom dänischen Club Bröndby Kopenhagen zum FC Schalke 04. In der ersten Runde des DFB-Pokals trifft der Stürmer direkt zum 1:0-Sieg der Knappen gegen den 1. FC Saarbrücken. In Gelsenkirchen wird der sympathische Däne zum Publikumsliebling.

    Treffsicher holt er (auf diesem Bild mit dem Ligapokal 2005) mit den Königsblauen zweimal den DFB-Pokal und 2001 beinahe die Deutsche Meisterschaft. Als er 2006 mit 74 Toren auf Schalke abtritt, bleibt er in den blau-weißen Herzen der Fans: 2008 wählen ihn die S04-Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung in die Schalker Ehrenkabine.